Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Die Verordnung wurde am 1. August 2024 veröffentlicht und wird stufenweise angewendet.
## Wer ist betroffen?
Praktisch jedes Unternehmen, das KI-Systeme nutzt oder entwickelt. Dazu gehören Unternehmen, die Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot, KI-basierte Recruiting-Software oder automatisierte Entscheidungssysteme einsetzen.
## Die Schulungspflicht nach Art. 4
Artikel 4 der KI-Verordnung verpflichtet alle Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, für eine ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Diese Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025 – unabhängig von der Risikoklasse des eingesetzten KI-Systems.
KI-Kompetenz umfasst:
- Das Verständnis, wie KI funktioniert
- Welche Risiken bestehen
- Welche Rechtsrahmen gelten
- Wie KI verantwortungsvoll eingesetzt wird
## Was sollten Unternehmen jetzt tun?
1. **Bestandsaufnahme**: Welche KI-Systeme werden im Unternehmen eingesetzt?
2. **Risikobewertung**: In welche Risikoklasse fallen die eingesetzten Systeme?
3. **Schulungen organisieren**: Mitarbeitende schulen und Nachweise archivieren
4. **Maßnahmen dokumentieren**: Schulungsnachweise als Beleg der Compliance aufbewahren
## Bußgelder
Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen:
- Verbotene KI-Praktiken: bis zu 35 Mio. EUR oder 7 % des Jahresumsatzes
- Pflichten für Hochrisiko-KI: bis zu 15 Mio. EUR oder 3 % des Jahresumsatzes
- Falsche Angaben: bis zu 7,5 Mio. EUR oder 1 % des Jahresumsatzes
Unternehmen, die jetzt handeln, verschaffen sich einen Vorsprung und minimieren Haftungsrisiken.